
Gleichbehandlung in der Gesundheitsversorgung und die Abschaffung der Zwei-Klassen-Medizin
Mein dreijähriger Sohn wurde von einer Facharztpraxis abgewiesen, nur weil er gesetzlich versichert ist, trotz einer medizinischen Notwendigkeit und einer Überweisung. Hätte er eine private Versicherung, hätte er sofort einen Termin bekommen. Dies ist nicht nur unfair, es ist auch gesetzlich untersagt.
Klassizismus ist Diskriminierung aufgrund der damit verfassungswidrig. Menschen dürfe nicht aufgrund ihrer soziologischen Herkunft/ Status behandelt werden.
Dennoch erleben viele gesetzlich Versicherte Benachteiligungen bei Wartezeiten, Terminauswahl und Behandlungsannahme. Es ist an der Zeit, alle Konten von privaten und gesetzlichen Kassen in Form eines Sozialfonds zusammenzulegen, der Ausgleichszahlungen auf der Grundlage des Prinzips der Solidargesellschaft verbucht. Dies wird dazu führen, dass alle Patienten unabhängig von ihrer Versicherungsart gleich behandelt werden. Beenden Sie die Diskriminierung zwischen privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen und schaffen Sie eine Gesundheitsversorgung, bei der alle gleich sind.
Petition unterschreiben: Diskriminierung gesetzlich Krankenversicherter beenden
Diese Regelung muss konsequent überwacht und Verstöße geahndet werden. Problem: die Ärzte erhalten von den gesetzlichen Krankenkassen zu wenig Geld und machen bei einigen Behandlungen sogar Verluste. Bereits jetzt wird das Gesundheitssystem auf Basis einer Mischkalkulation durch Privatversicherte gestützt. Dazu später mehr.
„Wer echte Gleichbehandlung will, sollte dafür sorgen, dass bei der Terminvergabe nicht mehr danach gefragt werden darf, ob jemand gesetzlich oder privat versichert ist“, sagte die stellvertretende GKV-Chefin Stefanie Stoff-Ahnis
Anita Kanitz (Stuttgart) bestätigt Zwei-Klassen-Medizin
„Das ist uns auch passiert, bei meiner 16 Monate alten Enkelin. Wir haben hier in Stuttgart, ja ganz Baden-Württemberg einen katastrophalen Kinderarztmangel. Es ist nirgends und auf keine Weise ein Kinderarzt zu bekommen. Wir suchen schon drei Monate und haben alle Kinderärzte in der Umgebung abtelefoniert, gesetzliche und private, es ist hoffnungslos. Dann haben wir es mit den so angepriesenen Kinderarztvermittlungshotlines versucht, auch bei der 116 117, bei der Krankenkasse, bei deren beiden Hotlines, bei der KBV-Hotline, bei MedCall. Wir haben es auch außerhalb Stuttgarts versucht, vergeblich. Wir wollten als Selbstzahler private Kinderärzte überreden, vergeblich. Wir haben das Gesundheitsministerium angeschrieben, vergeblich. Wir haben bei Leuten Hilfe gesucht, die noch Kinderärzte bekommen haben und bei deren Ärzte angefragt, vergeblich. Natürlich tritt bei so einem kleinen Kind immer irgend etwas ein. Wie es der Teufel will, bekam sie einen grippalen Infekt, den wir mit den Mitteln aus unserer Apotheke behandeln musste. Dann hatte sie ein Problem mit einem Auge danach, hier bekamen wir keinen Augenarzt, ein Kinderarzt erklärte sich widerwillig bereit sie als Notfall zu nehmen. Schaute kurz ins Auge und warf die Eltern dann raus, nahm das Kind auch nicht dauerhaft auf, er hörte sie wegen des Infektes nicht ab oder untersuchte sie näher. In unserer Verzweifelung sind wir zu einem pensionierten uns bekannten alten Augenarzt abends gegangen, nachdem uns gesagt wurde, das auch die Notfallambulanz in Stuttgart solche Fälle abweist. Der hat sich dann das Auge angeschaut. Ganz ehrlich, was für Verhältnisse sind das hier in Deutschland, denn wir wurden telefonisch nicht nur abgewiesen sondern verhöhnt, ein übelster Ton wurde uns gegenüber angeschlagen, aus den Hotlines wurden wir mehrfach absichtlich herausgeworfen. Wir denken inzwischen ans Auswandern, denn wir haben in den Medien die letzte Zeit von Fällen erfahren, wo vor allem kleinere Kinder aufgrund dieser Zustände verstorben sind. Es wird wirklich Zeit für einen Aufstand der Eltern und Großeltern, höchste Zeit. Denn wir haben Verwandte in Aftrika und da werden die Kinder viel besser behandelt wie hier, man muss dafür zahlen. Das ist richtig, aber abgewiesen wird auch niemand, wenn man nicht gleich zahlen kann. Hier in Deutschland wird man ja abgewiesen, selbst wenn man zahlen will. Nun stehen Impfungen und Untersuchungen für die Kleine an, wo in ganz Stuttgart kein Kinderarzt das machen will. Das nenne ich eine nationale Schande für das ganze Land, denn wie wir erfahren haben, ist es inzwischen in ganz Deutschland so. Selbst wenn Eltern bis zu 200 km zu einem Kinderarzt fahren wollen, was vor ein paar Jahren noch möglich war, werden sie inzwischen da auch abgewiesen. Heutzutage kann man einen sehr schlechten Kinderarzt nicht mehr wechseln, man bekommt keinen mehr. Hört ein Kinderarzt auf, gibt es keinen Nachfolger mehr. Viele Kinderärzte haben ihre kassenärztliche Zulassung zurückgegeben und behandeln nur noch einen ausgewählten Kreis von kleinen Patienten. Fachärzte für Kinder zu bekommen, ist fast unmöglich so wie inzwischen auch für erwachsene Versicherte. Hier bekommen aber noch Privatpatienten Termine, die haben meisten auch eine eigene Rufnummer, wo sie ganz schnell durchkommen. Ich habe das nämlich ausprobiert. Und man bekommt in der Tat sofort einen Termin, auch wenn die Herrschaften mich später in der Praxis spät angeschaut haben. Ich habe ja nicht gesagt, ich sei privat versichert, ich habe nur auf dieser Nummer für Privatpatienten angerufen. Das ist Deutschland, die Bundesregierung und alle Landesregierungen versagen erbärmlich im Gesundheitswesen und das nicht erst seit heute sondern schon seit vielen Jahren. Wir zahlen für das teuerste Gesundheitssystem der Welt, das keinem von uns etwas mehr bringt und inzwischen sterben vor allem Kassenpatienten und Kinder, die nicht sterben hätten müssen, aufgrund dieses unglaublichen Skandals, den man in der gesamten Weltpresse bringen sollte, damit alle Welt weiß, wie Deutschland wirklich ist.“
Ärzte erhalten von der GKV zu wenig Geld und Krankenhäuser gehen insolvent, während Finanzunternehmen Gewinne einstreichen und Dividenden auszahlen
Die drei größten privaten Krankenversicherungen sind Debeka, DKV (Victoria) und die Allianz Private Krankenversicherung.
Der Debeka Global Shares hat in den vergangenen fünf Jahren knapp 60% Wertzuwachs verbucht.

Bild: debeka.de
Die Muttergesellschaft der DKV (Victoria) ist die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Ergo Group) , dessen Aktien in den vergangen fünf Jahren einen Wertzuwachs von 96,5% erzielen konnte.

Bild: Finanzen.de
Die Allianz Aktie hat in den vergangen fünf Jahren einen Wertzuwachs von 80,55%.

Bild: Google.de (Istaufname für Stand alle drei Aktienkursangaben: 16.12.2024).
Allianz, Munich Re, Axa – drei Versicherer-Aktien im Vergleich
„Wenig Schwankungen und stabile Dividenden – Aktien von Versicherern bieten Anlegern einige Vorteile. Ein Detailblick auf die Aktien von drei Branchengrößen.“
Ein Lösungsvorschlag: Umverteilung und Finanzierung nach Robin-Hood Prinzip
Schaffung eines Sozialfonds und solidarische Finanzierung des Gesundheitssystems, indem man Gewinne von den Finanzunternehmen (Versicherungen) abschöpfen.
„Für das Jahr 2024 gehen 71 Prozent der Krankenhäuser von einer Verschlechterung und 4 Prozent von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation aus.
Für 2023 werden etwas mehr als 30 Krankenhaus
insolvenzverfahren im vergangenen Jahr gezählt.“

Während auf der Seite das Kapital wächst, bröckelt auf der anderen Seite das Fundament des Sozialstaats
Ein Teil der Lösung: Gewinne Abschöpfen und Zusammenlegung der Finanzierungssysteme
Alle Beiträge von gesetzlichen und privaten Versicherungen fließen in einen gemeinsamen Sozialfonds, der nach dem Solidarprinzip organisiert ist. Beiträge richten sich nach dem Einkommen, und alle Bürger haben denselben Zugang zu medizinischen Leistungen.
Ausgleichszahlungen an Praxen
Praxen, die gesetzlich Versicherte mit geringeren Honoraren behandeln, werden über den Fonds ausgeglichen, sodass finanzielle Anreize für die Bevorzugung von Privatpatienten entfallen.
A-B Test belegt Skandal: keinen Termin für GKV aber rasche Terminzusage für PKV
Bei dem Präzedenzfall dieser Petition für die Gleichbehandlung in der Gesundheitsversorgung und die Abschaffung der Zwei-Klassen-Medizin wurde eine zweite Terminanfrage am 16.12.2024 für einen Privat-Krankenversicherten angefragt.
Während die erste Anfrage (am 13.12.2024) als gesetzlich Versicherter mit der Begründung einer Überlastungssituation mit einem Aufnahmestopp abgelehnt wurde, habe ich als Privatpatient einen Terminvorschlag binnen weniger Wochen für den 8.1.2025 erhalten.



Diese Tat ist nicht nur unsolidarisch und assozial, sondern nach Nach § 3 Absatz 1 Satz 1 der Berufsordnung verboten und verfassungswidrig. Es handelt sich nämlich um Klassismus, einer Diskriminierung aufgrund der sozialökonomischer Herkunft.
#NoChurchInTheWild
Kommentar eines Insiders:
Ich habe mal unterschrieben, auch wenn es vermutlich nichts bringen wird. Unsere Politiker wissen alle von diesem Problem und haben es sogar bewusst so geplant. Im Sozialgesetzbuch steht zur Versorgung der GKV-Patienten:
„1) Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.“
Übersetzt bedeutet das: Es soll keine guten oder sehr guten Leistungen geben, sondern nur das absolute Minimum, das mit den Menschenrechten in Deutschland vereinbar ist.
Die Ärzte werden von den gesetzlichen Krankenkassen so unverschämt schlecht bezahlt. Sie dürfen nicht einmal ihre eigenen Preise festlegen, sondern die Krankenkassen schreiben ihnen vor, wie viel eine Leistung kosten darf. Und diese Werte sind extrem niedrig.
Die gesetzlichen Krankenkassen kalkulieren sogar damit, dass Ärzte zusätzlich private Patienten haben und durch eine Mischkalkulation wirtschaftlich überleben können. Das bedeutet, dass die privaten Patienten indirekt auch die gesetzlich Versicherten mitfinanzieren müssen. Ärzte sehen sich gezwungen, Privatpatienten höhere Beträge zu berechnen – oft das 3- bis 10-Fache –, um die Verluste bei den GKV-Patienten auszugleichen.
Ein Beispiel: Dein Hausarzt bekommt von der GKV für ein Quartal einmalig 30-40 Euro, egal, wie oft du ihn in diesem Zeitraum besuchst – sei es ein oder zehn Mal. Andere Ärzte und Krankenhäuser stehen vor ähnlichen Problemen.
Bei einem gebrochenen Arm etwa erhält ein Krankenhaus eine Pauschale, die sowohl die OP als auch den Aufenthalt abdeckt. Dabei ist es irrelevant, ob der Patient nach zwei Tagen entlassen wird oder aufgrund von Komplikationen 30 Tage bleibt. Das führt dazu, dass Patienten – insbesondere Senioren – manchmal entlassen werden, obwohl sie das Krankenhaus noch gar nicht verlassen können.
Ich kenne diese Problematik aus meinem Studium, da ich medizinisches Informationsmanagement studiert habe. Es ärgert mich jedes Mal aufs Neue, wie lange ich auf Facharzttermine warten muss oder dass Ärzte oft nicht einmal ans Telefon gehen.
Momentan übe ich wieder Druck auf meinen Arbeitgeber aus, um gehaltstechnisch die 73,8k zu erreichen – damit ich in die PKV wechseln kann.
Interessant ist auch dieser Artikel:
http://www.dov-online.de/online_magazin/detail.php?article_id=438Hier ein paar Zahlen:
- Röntgen: Ein Arzt erhält derzeit ca. 6 Euro pro Patient und Quartal – egal, wie oft er den Patienten röntgt.
- Ultraschall: Für eine Ultraschalluntersuchung erhält der Arzt ca. 0,36 Euro pro Patient – ebenfalls unabhängig von der Häufigkeit. Bei 1.400 Patienten sind das nur 504 Euro im Quartal.
Bei vielen Behandlungen machen Ärzte mit GKV-Patienten sogar Verluste. Beim Röntgen etwa fallen ja auch Kosten für das Gerät und die Arbeitszeit der Assistenten an.
Wenn du mal nach „Krankenhaus Insolvenz“ googelst, wirst du viele Krankenhäuser finden, die insolvent waren oder für 1 € von der Kommune oder dem Land an einen privaten Konzern verkauft wurden. Die Kliniken waren oft total überschuldet und unrentabel – so schlecht ist die Bezahlung durch die GKV. Das ist doch eigentlich absurd: Krankenhäuser sollten doch, rein logisch betrachtet, „Money Maker“ sein, weil es immer kranke Menschen gibt.
Ein Beispiel: Eine Geburt im Krankenhaus wird mit ca. 800 Euro abgerechnet. Dabei dauert eine Geburt oft 12+ Stunden, und es kommen eventuell noch mehrere Tage stationärer Aufenthalt hinzu. Zum Vergleich: Ein guter SAP-Consultant rechnet locker 120–160 Euro pro Stunde ab. Das zeigt das krasse Ungleichgewicht.
Das darf nicht sein. Die Umverteilung in diesem Sozialstaat funktioniert nicht. Gesundheit, Pflege und Rente sollte in der Fürsorgepflicht des Staates sein. Mit Krankheit sollte man nicht Profit machen dürfen und gleichzeitig müssen die Angestellten angemessen bezahlt werden. Eine Lösung könnte eine Umverteilung nach dem Robin-Hood-Prinzip sein. Sonst drohen uns Umstände wie in den USA.
R.I.P. Brian Thompson
Aber: Wenn Kliniken gar keinen Gewinn machen, stehen wir vor anderen Problemen. Dann gibt es diese 30–60 Jahre alten, heruntergekommenen Krankenhausgebäude, die dringend renoviert werden müssten. Krankenhäuser brauchen zumindest ein bisschen Überschuss, um Rücklagen für Sanierungen oder Modernisierungen zu bilden. Es gibt viele hässliche, alte Krankenhäuser, die in einem katastrophalen Zustand sind.
Die MHH Hannover ist ein gutes Beispiel. Dort stehen teilweise richtig hässliche, alte Gebäude. Jetzt soll die gesamte Klinik auf Kosten des Landes Niedersachsen abgerissen und neu gebaut werden, weil sie es nie geschafft hat, Gewinne zu erwirtschaften und Rücklagen für Renovierungen zu bilden. Stattdessen gab es nur Verluste.
Ein weiterer Punkt: Fachärzte müssen seit ein paar Jahren morgens 1–2 Stunden eine offene Sprechstunde anbieten, in der gesetzlich Versicherte ohne Termin vorbeikommen können.
GKV-Patient: Facharzttermin trotz Dringlichkeit in zwei Jahren erhalten
Mit tagelange anhaltenden akuten Magen und Darmbeschwerden bin ich zu meinem Hausarzt. Dieser hat mir eine Überweisung zu einem Gastroenterologie ausgestellt und darauf hingewiesen, dass ich auch ohne diese Überweisung einen Termin vereinbaren kann. Ruft man bei Dr. med. Frank Ebeling in Lüneburg an, wird man von der Telefonanlage in eine der beiden Reihen gegliedert: 1) Privatpatient oder 2) gesetzlich Versicherter? Schließlich bin ich als gesetzlich Versicherter und dem zweiten Anruf nach ca. zehn Minuten durchgekommen und bat um einen Termin. Diesen habe ich tatsächlich erhalten: in zwei Jahren, also im Jahre 2026!
Ich bat um einen früheren Termin, weil es sich um eine akuten und damit dringlichen Fall handelt. Ich wurde abgewiesen. Schließlich habe ich vorgeschlagen die Kosten privat zu tragen. „Das ist nicht möglich.“ bekam ich als Antwort. Auf die Frage, ob ich als Privatpatient einen früheren Termin erhalten würde, wollte mir die Dame nicht antworten und ist der Frage ausgewichen… (na klar!). Die Arzthelferin meinte, dass bei einem Notfall meine Hausarztpraxis anrufen solle, um einen Dringlichkeitstermin zu vereinbaren. Daraus wurde nichts. Mein Hausarzt meinte sinngemäß, die Arztpraxis habe nicht genügend Personal um für jeden stundenlang in den Telefonschleifen der Fachärzte zu verbringen. Eine Darm- oder Magenspiegelung habe ich bis heute nicht erhalte.
Aufgrund von unzähliger eigener und Erfahrungen Dritter kann man daraus schließen, dass viele Menschen (Kassenpatienten) in diesem Gesundheitssystem schlecht behandelt werden:
- keine / schlechte telefonische Erreichbarkeit von Arztpraxen
- unzureichende medizinische Untersuchungen
- notwendige Überweisungen werden nicht ausgestellt oder zurückgehalten
- Abweisungen von GKV-Patienten von Arztpraxen, obwohl PKV-Patienten einen Platz erhalten
Theoretisch haben wir eine ausreichend bis gute Gesundheitsversorgung, die praktisch jedoch nicht funktioniert.
In einem anderen Gespräch erklärte mir mein Hausarzt, dass er von einer gesetzlichen Krankenkasse ein Schreiben mit einer Strafzahlung in Form einer Rückforderung in Höhe von ca. 20.000 Euro erhalten haben, mit der Begründung, er habe zu viel verschrieben. Nach einem Schock und eine Woche später nahm die GKV die Forderung zurück unter der Auflage, weniger zu verschreiben. Von anderen und wir selbst haben Erfahrung gemacht, dass selbst Kinderärzte am Budget sparen.
Ein anderes Beispiel: unserem Sohn wurde auf Empfehlung der Krippe und langer Diskussion mit unserem Kinderarzt eine Überweisung für Ergotherapie ausgestellt. Die Ergotherapeuten hat uns jedoch abgewiesen, weil das falsche Kürzel gesetzt war. Es hätte sich um Krankengymnastik handeln müssen. Dadurch hätte die Behandlung nicht von der Krankenkasse getragen werden können. Weder die Ergotherapeutin noch unsere Gespräche mit der Arztpraxis waren erfolgreich. Auf Kosten der Gesundheit unseres Kindes wurde wieder einmal Budget gespart.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass meine Frau verbeamtete Lehrerin ist und wir unseren Sohn hätten privat versichern können. Durch die Beihilfe würde die Krankenversicherung auch relativ günstig sein und die Leistungen deutlich besser. Ich konnte mich jedoch durchsetzen und habe unseren Sohn gesetzlich über mich versichert, weil ich dieses System der Diskriminierung und Zwei-Klassen Medizin nicht unterstütze! Infolgedessen bereite ich eine Verfassungsklage vor.
Herr Gregor Gysi wir würden uns freuen, wenn Sie diesen Fall im Auftrag des Volkes am Bundesverfassungsgericht aushandeln.
Eine Sammelklage ist möglich. Wir sammeln weitere Belege der Diskriminierung und bitten darum Gastbeiträge einzureichen.
Petition unterschreiben: Diskriminierung gesetzlich Krankenversicherter beenden
Nach Veröffentlichung der Petition und direktem Anschreiben an das Gesundheitsministerium, Gewerkschaften, Politiker und Medien wurde die Debatte um Diskriminierung gesetzlich Krankenversicherter in die Öffentlichkeit getragen.
Faire Terminvergabe für Kassenpatienten gefordert
„Die Diskriminierung der gesetzlich Versicherten gegenüber Privatpatienten bei der Terminvergabe werden wir nicht länger hinnehmen.“
Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende GKV-Chefin
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schloss sich der Forderung an.
✌️
Krankenkassen fordern Ende der Bevorzugung von Privatpatienten
„Gesetzlich oder privat? Die Frage nach der Krankenversicherung entscheidet oft darüber, wie schnell Patienten beim Arzt an der Reihe sind. Der Krankenkassenverband fordert ein Verbot.“
Privatpatienten bevorzugt? Ärzte klagen über »Neiddebatte«
„Gesetzlich Versicherte müssen oft lange auf einen Termin beim Facharzt warten. SPD, Grüne und Krankenkassen wollen das ändern. Der Ärzteverband findet die Diskussion »unredlich und albern«.“
Leiber SUV-Fahrer,
tatsächlich könnte man darauf neidisch sein, dass Du manchmal das 3- bis 10-Fache an Honorar von einem PKV-Patienten im Vergleich zum GKV-Patienten für die gleiche Behandlung verlangst. Meine Frau (PKV) hat sich erst kürzlich darüber aufgeregt 700 Euro für eine Blutuntersuchung bezahlen zu müssen. Okay, ein Teil davon übernimmt der Staat über die Beihilfe, also der Steuerzahler. Verwendet ihr Kanülen aus Gold bei PKV-Patienten? Während einem GKV-Patienten die Überweisungen verwehrt wird und wir vertröstet werden „weniger Kaffee zu trinken“ und „weniger Stress“ haben zu sollen, ist meine Frau von den unzähligen zusätzlichen Behandlungen (z.B. bei ihrem Frauenarzt) gestresst. Dieser untersucht sie scheinbar etwas häufiger als notwendig. Mittlerweile bestelle ich Blut-, Urin- und Stuhlproben bei Amazon und gebe die Ergebnisse und Symptome in ChatGPT ein. Die KI schlägt mir die notwendigen weiterführenden Untersuchungen bei eine Facharzt vor. An dieser Stelle beißt sich die Maus in ihren Schwanz.
Einige Ärzte nutzen die Zwangslage der PKV-Patienten aus und verlangen überhöhte Honorare, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen und nutzen dies zur Erzielung eines übermäßigen Vermögensvorteils aus.
Strafgesetzbuch (StGB)
§ 291 Wucher
Wer die Zwangslage, die Unerfahrenheit, den Mangel an Urteilsvermögen oder die erhebliche Willensschwäche eines anderen dadurch ausbeutet, daß er sich oder einem Dritten (…)
Vermögensvorteile versprechen oder gewähren läßt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung oder deren Vermittlung stehen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Wirken mehrere Personen als Leistende, Vermittler oder in anderer Weise mit und ergibt sich dadurch ein auffälliges Missverhältnis zwischen sämtlichen Vermögensvorteilen und sämtlichen Gegenleistungen, so gilt Satz 1 für jeden, der die Zwangslage oder sonstige Schwäche des anderen für sich oder einen Dritten zur Erzielung eines übermäßigen Vermögensvorteils ausnutzt.
Keine Sorge: Onkel holt sich das Geld schon wieder zurück.
Nennt es Neid – wir nennen es ausgleichende Gerechtigkeit. 🤘
Terminvergabe bei Ärzten ungerecht
Gesetzliche Kassen fordern ein Ende der Privilegien für Privatversicherte.
Die künftige Bundesregierung sollte alle zwei Jahre einen Bericht über die Terminvergabepraxis vorlegen.
„Transparenz beendet die Diskriminierung.“
Patienten besser steuern
„Realistisch erscheint es die Patienten besser zu steuern. um Doppelt- und Dreifachbehandlungen zu vermeiden. Sich nach eigenem Gutdünken in jede Facharztpraxis setzen zu dürfen ist eine deutsche Besonderheit, die außer Kosten undvollen Praxen wenig bringt. Die Deutschen gehen zwer viel häufiger zum Arzt als andere Europäer, sind aber trotzdem nicht gesünder. Also wäre ein striktes Hausarztprinzip angebracht: Zum Facharzt geht es erst nach einer Überweisung.“
- Wie sollen Ärzte mit Budgetbegrenzungen vernünftig arbeiten? Nach einem Lotterie-Prinzip?
- Wieso sollte ein Hausarzt manchmal umsonst arbeiten oder gar Verluste bei einzelne Behandlungen machen müssen?
- Wieso bekommt ein gesetzlich Versicherter keine Termine trotz Überweisung und medizinischer Dringlichkeit. Korrigiere: bei meinem Gastroenterologen habe ich einen Termin in zwei Jahren erhalten, also 2026.
Zum Sterben setze ich mich nicht ins Wartezimmer!
- Meine Schwiegermutter liegt in Stendal mit Bauchspeicheldrüsenkrebs im vierten Stadium in der Klinik, weil die Hausärztin jahrelang nicht auf die Symptome, wie Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit und Stuhlgang geachtet hat und keine weiterführenden Behandlungen vorgenommen hat: kein großes Blutbild, keine Stuhlprobe, Enzyme prüfen. Stattdessen gab es Krankschreibenden und Vitamin C Tabletten. Im früheren Stadium erkannt, hätte unser Sohn noch ein paar mehr Jahre mit seiner Oma gehabt…
Dieses Gesundheitssystem fördert zwar Leidminderung aber nicht primär die Gesundheit. Es fehlt schlicht das Geld und wir bis voraussichtlich 2028 noch weniger werden: Prof. Clemens Fuest, ifo Institut, 9. Dezember 2024.
Die Reduktion des „Overheads“ wäre weiterer Meilenstein: wir brauchen keine 95 Krankenkassen mit jeweils eigenen Vorständen, Bonis, Verwaltungen, IT-Systemen etc.
Warum zahlen nicht alle in jeweils dieselben Renten-, Pflege- und Krankenkassen ein?
Solidarität bedeutet, dass der Stärkere für den Schwächeren eintritt, damit die Gemeinschaft im allgemeinen gestärkt wird. Es darf nicht sein, dass wenige Privilegierte sich „freikaufen“ können und sich und ihren Kindern eine besser Pole-Position sichern. Das hat nichts mit Nächstenliebe zu tun, sondern ist Ausdruck einer Ellbogengesellschaft.
Systemfehler: Design-Fehler in der Architektur führt zum Absturz
88% der Bürger sind Kassenpatienten
Wir sind das Volk! ✊ Damit haben wir das demokratische Recht das System zu ändern, was uns und unseren Kindern schadet.
Das System durchläuft zwar einer Evolution, trägt jedoch implizit zum Selbsterhalt bei, wir sich also gegen eine fundamentale Veränderung vehement wehren.
Folgt man Murphys Gesetzen erkennt man, dass es sich hierbei um einen Architektur-Fehler handelt:
„Wenn Baumeister Gebäude bauten, so wie Programmierer Programme machen, dann würde der erste Specht, der vorbeikommt, die Zivilisation zerstören.”
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Petition unterschreiben: Diskriminierung gesetzlich Krankenversicherter beenden
Aus Gründen der Lesbarkeit wurde auf die geschlechtsneutrale Ansprache verzichtet. Selbstverständlich sind alle Geschlechter inbegriffen.